Kontrolliertes Trinken statt Abstinenz

Wenn Sie nicht auf Alkohol als Genussmittel verzichten möchten und aufgrund Ihres bisherigen Konsums auch nicht müssen, kann kontrolliertes Trinken eine Option sein, anstelle eines Abstinenznachweises. Beim kontrollierten Trinken zeigen Sie, dass Sie Alkohol selten, verantwortungsvoll und nach einem festen Plan konsumieren. Dabei sollte es keine weiteren Vergehen durch Alkohol am Steuer geben.

Wenn Sie diesen Weg gehen möchten, ist es ratsam, eine verkehrspsychologische Beratung in Anspruch zu nehmen. Diese Beratung unterstützt Sie dabei, das Verhältnis und den Konsum von Alkohol zu normalisieren. Wer über ausreichende Selbstkontrolle und erfolgversprechende Strategien verfügt, für den kann kontrolliertes Trinken eine mögliche, manchmal sogar bessere Option darstellen.

Einige Faktoren beeinflussen, ob kontrolliertes Trinken als Nachweis akzeptiert wird:

  • Alkoholkonzentration bei der Kontrolle: Wenn Sie mit weit über 2,0 Promille erwischt wurden, sinken Ihre Chancen erheblich.
  • Alter und Zeitpunkt der Kontrolle: Ein Alkoholtest zu ungewöhnlichen Zeiten, z. B. am frühen Nachmittag, kann auf tiefgreifende Probleme hindeuten.
  • Ihre gesamte Vorgeschichte mit Alkohol: Ein intensiver und häufiger Konsum in der Vergangenheit macht kontrolliertes Trinken weniger wahrscheinlich als Option.
  • Wiederholungstäter: Für Personen mit wiederholten Verstößen sinken die Chancen auf akzeptiertes kontrolliertes Trinken ohne Abstinenz.

Wie sieht kontrolliertes Trinken im Alltag aus?

Kontrolliertes Trinken bedeutet, dass Sie stets die Kontrolle über Ihren Konsum haben. Es geht darum, Alkohol bewusst und in Maßen zu genießen. Zusammengefasst bedeutet das:

  • Planung: Trinken Sie nur zu geplanten und besonderen Anlässen. Legen Sie im Voraus fest, wie oft Sie im Monat maximal trinken möchten.
  • Menge: Bleiben Sie stets unter 0,3 Promille. Bestimmen Sie die Menge der Getränke konkret, z. B. zwei Bier mit jeweils 0,33 Litern.
  • Transport: Reisen Sie zu geplanten Trinkanlässen nicht mit dem Auto, sondern nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis für die Rückfahrt.
  • Vermeidung spontanen Trinkens: Spontanes und übermäßiges Trinken sind tabu.

Der Weg des kontrollierten Trinkens kann komplizierter sein als der Nachweis der Abstinenz. Eine gute Erstberatung, gründliche Vorbereitung und kontinuierliche psychologische Begleitung sind entscheidend, um die MPU auch ohne Abstinenznachweis erfolgreich zu bestehen.

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